HDD-Festplatte

HDD (Hard Disc Drive) – die Mutter aller Festplatten

HDD ist die Abkürzung für Hard Disc Drive, zu Deutsch Festplatte oder Harddisk. Manchmal wird auch High Density Disk, Speichermedium mit hoher Dichte, als Bedeutung für HDD angeben. Eine HDD-Festplatte ist der Urtyp der Festplatten, ehemals als Gegenspieler zu den mittlerweile in Vergessenheit geratenen Disketten (Floppy Drives) entwickelt. Fest in einen Computer verbaut boten die ersten HDD-Festplatten eine deutlich höhere Speicherkapazität als die Floppys. Aus heutiger Sicht erscheint die 10 oder 20 MB Speicherplatz der 1980er Jahre lächerlich wenig, im Vergleich zu den 256 KB der Diskette war die Datendichte dennoch ein Vielfaches höher – daher auch die Bezeichnung „High Density Disc“. Auch heute (2016) noch sind HDD-Festplatten mit bis zu 10 Terabyte die Speichermedien mit der größten Speicherkapazität, egal ob intern oder extern.

Aufbau und Funktion einer HDD-Festplatte

Eine HDD-Festplatte besteht aus einer oder mehreren rotierenden magnetischen Scheibe(n), deren Oberfläche von einem Schreib-/Lese-Kopf mit Daten beschriftet wird. Dafür wird die Magnetisierung der rotierenden Scheibe berührungslos angepasst, die magnetischen Unterschiede enthalten dann die Daten. Zum Auslesen wird diese Magnetisierung ebenfalls berührungslos wieder abgetastet. HDD-Festplatten sind sogenannte direkt adressierbare Speichermedien, bei denen sofort auf den Speicherort der Daten zugegriffen werden kann. Gesteuert wird das von einem digitalen Signalprozessor. Der Zugriff auf die Harddisk von außen erfolgt mittels Schnittstelle (ATA, SATA, SCSI oder SAS), geschützt wird die Festplatte von einem festen, robusten Gehäuse. Moderne HDD-Festplatten unterscheiden sich nicht nur in der Speicherkapazität, sondern auch in der Umdrehungsgeschwindigkeit der Scheibe, dem Speicherverfahren und der physischen Größe (3,5 oder 2,5 Zoll).

Vorteile der HDD-Festplatte

Obwohl mittlerweile andere Technologien (SSD) zu Verfügung stehen, werden zur Datenspeicherung immer noch hauptsächlich HDD-Festplatten eingesetzt. Das hat mehrere Gründe, allen voran aber die immense Speicherkapazität der Harddisks. Speziell für den Betrieb von Servern, NAS-Laufwerken oder als Backup für große Datenmengen sind HDD-Festplatten immer noch das Maß aller Dinge. Dazu sind die Harddisks sehr langlebig und können theoretisch beliebig oft beschrieben, gelöscht, formatiert und wieder beschrieben werden. Der zweite große Vorteil der HDD-Festplatten ist der im Vergleich zu SSD-Festplatten sehr günstige Preis. Gerade für die Privatnutzung sind Kosten von mehreren Tausend Euro für eine Festplatte illusorisch. Mit HDD-Festplatten liegen die Kosten pro MB bei etwa einem Zehntel der Kosten von SSD-Festplatten.

Nachteile der HDD-Festplatte

HDD-Festplatten sind eine für die Computerwelt recht alte Technologie. Dementsprechend weisen sie auch ein paar Nachteile auf. So sind Harddisks im Vergleich mit SSD-Festplatten deutlich langsamer was die Schreib- und Lesegeschwindigkeit betrifft. Das fällt bei Privatnutzung zwar kaum ins Gewicht, ist aber bei großen Datenmengen ein Minuspunkt. Zweitens sind HDD-Festplatten nicht stoßfest. Ein unglücklicher Aufprall, der den Schreib- und Lese-Kopf zerstört, lässt die ganze Festplatte unbrauchbar werden. Auch das Gewicht der HDD-Festplatten ist vergleichsweise hoch, ebenso ist der Energieverbrauch der Harddisks höher als jener der SSD-Festplatten, da die Scheiben mit einem Motor zum rotieren gebracht werden. Dieser Motor erzeugt die „typischen“ Geräusche eines Computers, kann relativ laut werden und wird auch recht warm. Im Gegensatz zu SSD ist daher ein Lüfter unbedingt notwendig und die HDD-Festplatte sollte regelmäßig abkühlen können. Alle diese Nachteile sind aber bei Privatnutzung angesichts des enormen Preisvorteils der HDD-Festplatten durchaus zu vernachlässigen.